|
Belgier im Zuchthaus
von Sonnenburg, |
|
Op het beeld klikken voor full tekst, sluiten om terug te keren - ... = niet leesbaar |
|
SLONSK - Sonnenburg, eine kleine Stadt in der (...) Gorzow ist
vielen belgischen Familien ein trauriger Erinnerung. Während der für das
belgische Volk tragischen Jahren des 2 Weltkrieges, hatten sie in den
Zuchthausmauern von Sonneburg einen ihren Nächtsten verloren. Obwohl schon
über 30 Jahre seit dem Kriegsende vergangen sind, gedenken die
Familiënangehörigen und Freunde jener, die in diese faschistischen
Schreckenstätte ihr Leben ließen. Oft sieht man heute im Straßenbild von Slonsk Personenkraftwagen mit belgischen Kennzeichen. Sie sind aus dem weitentferten Belgien hierhergekommen, um an dem Denkmal oder an der Mauer des heutigen Museums, die zu ehren der Opfer des Hitlerfascismus errichtet wurdet und die von der polnischer Bevölkerung liebevoll geplfegt wird, im Gedenken hier ihre Blumenstrauze niederzulegen. Die Einwohner wissen, das diese Angehörige oder Freunde jener sind, für deren Heldentum der Hitlerterror ein besonderes grausames Schicksal vorbereitet hatte, denn sie alle waren Gefangene, die mit den Buchstaben "NN" (Nacht und Nebel) gekennzeichnet waren. Die militärische Niederlage Belgiens im Jahre 1940 zerbracht nicht den Mut, die Hofnung und das Streben des belgische Volkes zur Wiedergewinnung seiner Freiheit und Unabhängigkeit. Durch den Terror des Besätzungsmacht wuchs der Haß gegen die Hitlerokkupanten von Tag zu Tag und schuf die Grundlage für das entstehen einer Widerstandsbewegung und deren Kampf gegen die faschistischen Eindringlinge. Mit dem Ieberfall Hilterldeuschland auf die Sowjetunion im juni 1941 verstärkte sich der Kampf der Widerstandsbewegungen in fast alle von den Faschisten besetzten Ländern Westeuropas und auch in Belgien. Der Oberbefehlshaber der faschistischen besatzungstruppen in Belgien, General von Falkenhausen (1) wegen seiner vonihm angeordneten Grausamkeiten gegenüber der belgische Bevolkerung bekannt, meldete dem Oberkommando des Heeres die Erschießung von Geiseln als Vergeltungsmaßnahmen für Sabotageakte, die von unbekannten belgischen Widerstandskämpfern vollbracht worden waren. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, daß die durchgeführten Exekutionen nicht abschreckend, sondern destruktiv auf das sicherheitsgefühl der Bevolkerung wirken und das dadurch die Kluft zwischen den Teilen des volkes, die unter dem Einfluß der Kommunisten stehen und den anderen Teilen des volkes ausgeglichen ist, daß alle Volksschichlen von Haß gegen die Okkupanten ergriffen werden und der Feindpropaganda wirksame Hetargumente verschafft werden (2). Aus weiteren Berichterstattungen des Generals von Falkenhausen, die er monatlich an das Oberkommando der Wehrmacht abgab, ist ersichtlich, daß auf dem ihm unterstehenden belgischen Gebiet im juni 1947 - 37, im juli 66, im August 103 und im September 124 Sabotageakte vollbracht wurden (3). Der unbeugsame und heroische Kampf der Sowjetarmee gegen die lawine der Hitlerheere wurde zum Fanal für alle Wiederstandsbewegungen. Der bisherigen Mythos der Unbesiegbarkeit der faschistischen Wehrmacht wurde durch die Sowjetarmee (...). In ihrem heldenhaften Kampf konnte sie diese nicht nur aufhalten, sondern sie begann sie wirksam zu besiegen. Hitlers Pläne, eigen Länder im Westen Europas für die kampf gegen die Sowjetunion zu gewinnen, scheiterten. Im Gegenteil: der Kampf gegen den faschistischen Okkupanten nahm zu und das Oberkommando der Wehrmacht sah sich gezwungen, am 16. september 1941 einen sonderbefehl zu erlassen, um besondere Repressalien gegen diese Vôlker anzuwenden (4). Im Rahmen diese Befehles war es allen deutschen Dienststellen erlaubt, Geiseln festzuhalten, öffentliche Exekutionen durchzuführen und Deportationen ins reich vorzunehmen. Mit diesen Maßnahmen sollte die Bevölkerung der besetzten Länder eingeschütert werden, um so Anschlägen auf die Wehrmacht und die Besatzungsbehörden vorzubeugen. Die faschistichen Machthabe mobilisierten eine Anzahl Mitel, umjene Gefahren, der sich von tag zu zag vergrößernden Widerstandsbewegung, abzuwenden. Es wurde ein mächtiger Sicherheitsapparat geschaffen. Die Anzahl der agenten der sicherheeitspolizei in Brüssel wurde vergrösert und deren Leitung wurde dem ehemaligen chef der GESTAPO von Liegnitz (Legnica), SS-Sturmbahnführer CANARIS ûbertragen. Das sich das ganze Systeem des Terrors in dieser Form als wenig erfolgreich erwies, die ständig zunemhmende Kraft der Widerstandsbewegung, im Hinblick auf die sich immer ungünstigere Lage an der Ostfront, sich als große Gefahr entwickelte, unterzeichnete Hitler am 7. December 194 jenen Erlaß, der unter der Bezeichnung "Nacht und Nebel" (5) in die Geschichte eingegangen ist. Für die Realisierung erlaases wurde der Chef des OKW/G, Generalfeldmarschall KEITEL von Hitler beauftragt und dieser präzesierte dessen Bedeutung: Eine wirksame und dauerhafte einschüchterung kann man nur mittels Todesstrafe oder Aktionen erreichen, infolge deren die Verwandten des Verbrechers wie auch die Bevölkerung sein Schicksal nicht kennen. Man kann es mittels Verschleppung des Verbrechers nach Deutschland erreichen (6). Der Erlaß "Nacht und Nebel" wurde mit echt deutscher Präzision realisiert. Spurlos verschwanden Menschen aus Wohnungen, von arbeitsstellen und von der Straß. Niemand wußte was mit ihnen geschehen war. Das ziel eines solches Verfahrens, die Anwendung solcher Formen der Terrors und der Extermination gegen die Bevölkerung in den von Faschisten bezetzten Ländern Westeuropas wird in einem der Befehle der Militärbehörden erläutert und deren Bedeutung so kommandiert: "Der Erlaß bildet eine grundsätzliche Neuheit. Der Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht ordnet an, daß gewisse Arten von Verbrechen, die von der Zivilbevolkerung in den bezetzten Gebieten verübt werden, nur dann unter die Sondergerichte fallen, wenn a) es sicher ist, daß ein Todesurteil
gefällt wird und De Führer und Oberbefelshaber der Wehrmacht erwartet durch diese Art des Verfahrens eine abschreckende Wirkung auf die Bev*olkerung in den Besatzungsgebieten. In anderen Fällen sollte man die Angeklagten nach Deutschland schicken unter dr vollen Bewahrung des Geheimnisses für das weitere Verfahren. Schreckenerregende Erfolge dieser Maßnahmen bestehen auf dem spurlosen Verschwinden der angeklagten Person und de Unmöglichkeit vom Erreichen irgendeiner Nachricht über deren Aufenthaltsort und Schicksal (7). In einem Schreiben des Oberkommandos der Wehrmacht vom 2. Februar 1942, in dem sich die Richtlinien zum Erlaß "Nacht und Nebel" befinden, wird deutlich gesagt: "In der Zukunft soll man die Beschuldigten heimlich nach deutschland transportieren und dort das weitere Strafverfahren durchführen (8). Die Direktiven des OKW (9) an die Abwehr (10), geben genau die Prozedur der Deportation der Meenschen nach Deutschland an die die gemheime Feldpolizei, Feldgendarmerie oder Gestapo ausfuhren soll. Berichtersansagen in diesem Bereich sollten an das RSH (11) in Berlin, an Dr. Fischer, dem Direktor der Kriminalpolizei gesandt werden. Eine Ergansung dieser direktiven war die Verordnung des Chefs der Sicherheitspolizei unde des SD vom 24. Juni 1942 in der unter anderem die Vorschriften über das Verfahren bei einem Todesfall des Gefangenen angegeven sind (12) Laut dieser Vorschrift dürfen die Familien der deportierten nie etwas vom Schicksal der Gefangenen erfahren, sie werden vom tode des Familienangehörigen nicht benachtrichtigt, die Leiche darf kenensfall ausgeliefert und die Grabstätte nicht angegeven werden. Die Direktiven der Aktion "Nacht und Nebel" wurden auch ausführlich zwischen den Vertretern des OKW und des Reichsjustizministerium besprochen (13).
Am 6. Februar
1942 hat das Reichsjustizministerium eigene Erlauterungsvorschriften zum
Erlaß "Nacht- und Nebel"-ausgegeben (14).
Dabei wurde angeordnet, daß zur Untersuchung der Angelegenheiten von
deportierten Gefangenen folgende Sondergerichte zuständig sint:
Die Ausführungsorgane ûbergaben die
deportierten Patrioten aus Frankreich, Norwegen, Holland und Belgien dem
Verfahren der Sondergerichte. Da manche Angelegenheiten der "Nacht und
Nebel"-Gefangenen von "besonderem Wert" waren, wurden diese ab Oktober 194
dem Volksgerichtshof zur Entscheidung und Aburteilung zur Verfügung
gestellt. Wie aus den Berichten des Reichsjustizministeriums vom 1.
September 1942 ersichtlich ist, hatten die Staatsanwälte bei den
sondergerichten in diesem Zeitraum 1.471 "Nacht- un Nebel" Gefangenen
angeklagt, von denen 863 Staatsangehörigen Belgiens und 15
Staatsangehörige Hollands waren (16). Die Forschungen weisen nach, daß die ersten Transporte "Nacht- unbd Nebel"-Gefangenen Jahres-Mitte 1942 im sonnenburger Zuchthaus ankamen. Die größte Gruppe der "Nacht- und Nebel"-Gefangenen in diesem Zeitraum waren Franzosen und Mitglieder der belgische Widerstandsbewegung (17). Die "Nacht- unde Nebel"-Gefangenen waren im Sonnenburger Zuchthaus von der Außenwelt ganzlich isoliert. An den Türen des Zuchthauszellen standen auseß der nummer der Gefangenen und der Arbeitszuweisung: "Keine Briefe, kein Bücher, keine Kirche". Die Gefangenen mußten unter schrecklichen Bedingungen täglich 12 bis 14 Stunden arbeiten. Sie waren in der Rüstungproduktion eingesetzt. Infolge Mangel … Pflege, wurden die Gefangenen von Ungeziefer geplegt. Sie litten an Hautschrenkungen, Geschwürbildungen am gansen Leib und an Rotlauf. Hoch… Unterernahrung, anhaltendes Schlagen und andere Schikane verursachten bei den Gefangenen geistige Zusammenbrücke. Tuberkuloze untd Rote Ruhr vernichteten die Kräfligsten. Der ehemalige Gefangene des Zuchthauses Sonnenburg, der Belgier Armand MOMBAERTS erzählte unter anderem über seinen Aufenthalt: “Von allen Zuchthausen, in denen ich war, war das Zuchthaus in Sonnenburg in das ich von 24 Mai 1943 eingeliefert wurde, das …, das schwertste und unmenschlichste …vom Ungeziefer geplagt. Die Wä … da wir nach langer Zeit zum Austausch ... oft mehr Ungeziefer als jene, … Manche Gefangenen wollten sich nicht austauschen, denn sie wollten … ”Tierbestand” behalten. Täglich … 6 bis 10 Menschen, gemäß der… die jeden Tag auf dem Hof ... wurden. Von den im Laufe der Jahre erforschten … über das tragische Schicksal der …Nacht und Nebel-Gefangenen im Zuchthaus Sonnenburg, konnte man zweifellos die Ursachen und Umstände das Todes verscheidenen belgier feststellen. Mann konnte genau den Tag, den Monat und das Jahr des Todes dieser Gefangenen ermitteln, über die bisher keine Angaben vorlagen. So starben im Zuchthaus Sonnenburg: Im Jahre 1942 – 2
Belgier Die Zahl der 69 hier verstorbenen belgischen Patrioten läßt erkennen, daß die meisten Todesfalle im Jahre 1944 erfolgten. Der erste Belgische Gefangene, der hier am 24 December 1942 verstarb, war van HEULE Jules, geboren am 19.12.1878. Van HEULE, ein pensionierter Offizier der belgischen Armee, engagierte sich trotz seines Alters opfervoll in der Auskunftsorganisation “Williams”. Er wurde am 30. Mai 1941 verhaftet und mit einer Gruppe von 26 Genossen des unterirdisches Kampfes am 29. Juli 1942 vom Sondergericht in Berlin zu fünf Jahren schwerer Arbeit verurteilt (18). Nach Sonnenburg deportiert, hielt er als älterer Mann die Grausamkeiten und Mißhandlungen nicht aus und verstarb, ohne ärzliche Behandlung an Lungenentzündung. Im Jahre 1943 starben in Sonnenburg folgende Belgische Gefangene, deren wirkliche Todesursachen man feststellen konnte: 1.
Scheermaeker Alfons am 19. 03. 1943 Wie schon erwähnt, fällt auf das Jahr 1944 mit die höchste Sterblickeit unter den belgischen Gefangenen. Am 13. Januar 1944 verstarb van LEAUCOURT René, geboren am 19. 02. 1893. Die direkte todesursache diesen stillen Helden, der für Seine patriotische Aktivität zu sechs Jahren schweren Zuchthauses verurteilt wae, waren jene Folterungen, die von Karl WOITHE, seiner Funktion nach Hilfsaufseher, ausgefürhrt wurden. Die belgischen Gefangenen des Zuchthauses Sonnenburg nannten ihn “Pieds gelés (19). Am 19. Januar 1944 starb André VINCKIER, geboren am 06. 06. 1924. Man halte ihn mit einer größeren Gruppe Gefangener aus dem lager Papenburg nach Sonnenburg überführt. In den ersten Tagen seines Aufenthaltes in diesem Zuchthaus, nahmen Seine Kräfte merklich ab. Trotz solidarischer Betreuung und sorgsamer Pflege durch die Mitgelangenen, hielt der junge Organismus die “Sonnenburger Hölle” nicht durch. In der zweiten Hälfte des Monats Januar 1944 starben noch die Belgier
De Deken Joseph am 20. 01.
1944 Paul Hoornaert, geboren am 05.11.1886 Der Zuchthausartz Dr. SEIDLER (20) hatte ihn nicht nur gesund geschrieben, sondern für angebliches Kranksimulieren ihn zu drei Tagen Dunkelarrest bestraft, nach deren Verbüßung er nur noch wenige Stunden lebte. An gleichen Tage verstarb auch Jean MARIS, ein pensionierter höherer Offizier der Gendarmerie in Puurs, Mitglied der Widerstandsbewegung “La Main Noire”, der zu zehn Jahren schwerer Arbeit am 15. Januar 1943 vom Volksgerichtshof Berlin verurteilt wurde. Unter den 42 festgestelten Namen verstrorbener belgischer Staatsangehöriger im Zuchthaus Sonnenburg im Jahre 1944, konnte man folgende Todesdaten ermitteln: 1. De
Keyser René, geb. am 18. 08. 1903, gestroben am 03. 02. 1944 Es war nur möglich obige Talsachen mittels Konfrontation der Totenlisten und der Karteien, die im departement für Kriegsopfer in Brüssel aufbewahrt sind mit … Eintragungen der Totengraben im Zuchthaus zu Sonnenburg…Notizen, die vom sogenennten…des Zuchthauses Sonnenburg …wurden, festzustellen. Unsers ehe Kameradtschaft, Opfer- und Hilfs…in Hinsicht auf die Kranken und …der “Nacht und Nebel” Gefangenen…den jungen Medezinstudenten, den Belgier Eugène SOUMENKOFF aus. Wegen seiner patriotischen Aktivität am 21 Oktober verhaftet, am 9 November 1942 zum Tode verurteilt, wurde er wegen verschobener Urteilsvollstreckung noch am gleichen Tage nach Sonnenburg überführt. Hier hatte er als Kenner mehrerer Sprachen auf Empfehlung des Zuchthausdirektors, die Funktion eines Dolmetchers ausgefürhrt. In dieser Eigenschaft konnte er sich, gegenuber anderen Gefangenen, ziemlich frei innerhalb des Zuchthauses bewegen. Ohne auf die Nationalität zu achten, rettete SOUMENKOFF durch seine medizinischen Kennisse, manchem Gefangenen das Leben und wurde Zeuge mancher menslichen Tragödien sowie verübten Verbrechen. Durch ihn erfuhren viele Familien in Belgien, Frankreich und Norwegen nach Beendigung des Krieges, genaueres über das Schicksal ihrer Nächtsten im Zuchthaus Sonnenburg. Jetzt befindet sich die Silhouette diesen helden, der am 26. 03. 1964 in seiner Heimat verstarb, auf einem besonderen Ehrenplatz im Museum in Slonsk. Hilfsbereitschaft und Kameradschaft charakterisierten alle belgischen Patrioten. Die ehemaligen Sonnenburger Gefangenen erinnern sich, wie Joseph VERSAVEL die jungen Menschen VINCKIER, DUPONT und andere aufrecht erhielt, obwohl er selbst am Ende seiner Kräfte war (21). Am 4. Oktober 1944 starb Jacques THIPAN, der am 26. Mai 1943 zum Tode verurteilt, nach Sonnenburg überführt und zu lebenslänglicher schweren Arbeit begnadigt war. Der sterbende THIPAN, Vater von vier minderjährigen Kindern, konnte noch zur rechten Zeit seinen mitleidenden belgischen Kameraden, die mit ihm hier in Zuchthaus waren, wichtige Dokumente anvertrauen. Diese Dokumente wurden von den Gefangenen in die Wand unter einem Fensternrett in der Zuchthauswerkstatt eingemauert. Dank der Bemühugen der Belgischen Gesandtschaft in der Volksrepublik Polen und des Polnischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten, wurden diese Dokumente, die der Belgische Kollegen THIPANs unter Gefahr ihres lebens sichergestellt hatten, der Familie des Verstorbenen zurückgegeben. Ueber das leben und den kampf belgischer patrioten im zuchthaus könnte man noch viel berichten. Verantwortlich für die Ausrohung mehrerer hunderte Gefangerner in Sonnenburg sind vor allem der Zuchthausdirektor THEODOR KNOPS, sein Vertreter GEORG RUNG und folgende weitere Personen: WILLI BUDACK, FRIERICH TITTMANN, EDUARD ROSENBERG, PAUL KLIETZING, WALTER FREEGANG, der Sanitärer TOMSCHEK, der Artz EDUARD SEIDLER, HERMANN DOBBERKA und OTTO UHLIG (22) zu nennen. Das größte Verbrechen im Zuchthaus Sonnenburg wurde in der nacht vom 30. auf 31. Januar 1945 begangen. In wenigen Stunden wurden 819 Gefangene, Patrioten aus Belgien, Holland, Frankreich, Norwegen, Luxemburg, Polen, Jugoslawien, der Tschechoslowakei, Bulgariens und der Sowjetunion ermordet. Unter diesen Opfern befanden sich die belgischen patrioten: Wauters Gustav – Delichtervelde Gaston – Delichtervelde Jean – Delichtervelde Georges – Roberechts Victor – Van der Gucht Robert – Jeany Gustav – Dolaide Gustav – Jadin André – Meskens Louis – Gigot Jules – Bonnenge José – André Camille – De Jasse Camille – De Nager Alexander. Dieses Verbrechen wurde von einem besonderen, aus 20 Personen bestehenden Kommando aus Frankfurt an der Oder, vollbracht, an dessen Spitze der SS-hauptsturmführer Wilhelm Nickel stand, der dem Zuchthausdirektor erklärte er hatte den Befehl das Zuchthaus zu räumen. Das bedeutete, die Gefangenen zu liquidieren. Bezugnehmend auf den Raumungsbefehl, fand dam Abend des 30. 01. 1945 eine Beratung statt, an der teilnahmen: Zuchthausdirektor KNOPS, sein vertreter RUNG. SS-Hauptsturmführer NICKEL, der Oberinspektor der Zuchthausbewachung EMIL KRAUSE, die Oberwachtmeister WILLI BUDACK, FRIEDRICH TITTMANN und RUDOLF FINDER. In Uebereinstimmung wurden die Art und Weise der Räumung des Zuchthauses festgelegt und auf Grund der Kartelen eine Auswahl jener zur Verhangung bestimmten Gefangenen vorgenohmen. Zuerst war vorgesehen die Hinrichtungen außerhalb des Zuchthausesvorzunehmen, aber die Nähe der Sowjetarmee sowie die Nacht, hälten die Möglichkeiten für eine Flucht begünstigt. Es wurde beschlossen, daß die zum Erschießen bestimmten personen zunächtst in Gruppen von je zehn Gefangene in einzelnen Zellen isoliert untergebracht und dann in der gleichen Anzahl herausgeführt werden. Dieses verbrechen verlief reibungslos. Die Gefangenen wurden aus ihrem Schlaf gerissen,barfuß, meist nur in Hemden und ohne Hosen hinuntergeführt und nahmen dann Aufstellung vor den noch rauchenden Rohren der automatischen Waffen des Erschießungskommandos. Mit den Ausrufen “Mutter”, “Es lebe Belgien”, “Es lebe Frankreich”, “Moskau wird Paris rachen”, wurden sie durch die Kugeln durchbohrt, worauf der SS-Hauptsturmführer wütend brüllte “solche Schweine!” An einem Tisch auf dem Hole des Zuchthauses, tranken die Herren ihren Schnaps und rauchten ihre Zigaretten, umgeben von dem sich standig vergrößernden Leichenberg. Einer von der überlebenden Gefangenen, der Belgier Leo Esseler, geboren am 22.04.1919 in Ougrée, sagte aus: “In der Nacht vom 30. zum 31. Januar hatten die SS-Männer befohlen, die Zellen zu verlassen und man führte uns zur Hinrichtungsstelle. Gruppenweise, je zehn Mann wurden wir gezwungen, uns auf die Erde zu legen. Zirka 20 SS-Männer standen hinter uns. Kaum hatten wir uns hingelgt, wurden schon die ersten lödlichen Schüsse abgefeuert. Es war wohl ein Wunder geschehen, denn die Kugel ist neben meinem Gehirn vorbeigelaufen und am Augenlid herausgekommen. Ich wurde gleich bewußtlos… Morgens gelang es mir, aus dem Leichenhaufen herauszukommen und ich begab mich in die Zuchthauswerkstatt. Dort habe ich einen Russen und zwei Jugoslawen getroffen, die wie ich, das gleiche Drama durchlebt hatten. Das Schwurgericht in Kiel hat am 2. August 1971 diese verbrecher wegen “Verjährung” dieser Tat, freigesprochen. In der Begründung dieses skandalösen Urteils, unterstrich das Schwurgericht Kiel unter anderem, daß die Ereignisse der letzten Januartage 1945 in Sonnenburg bildlich darstelte, nicht vollständig sei, somit sind die Aussagen von Leo Esseler und den zwei überlebenden Jugoslawen nicht ausreichend gewesen. Auch die Fotodokumente, die das Verbrechen von Wilhelm NICKEL beweisen, das der Chef der Gestapo von Frankfurt oder SS-Obersturmbannführer HEINZ RICHTER angeordnet hatte, konnte das Gericht nicht überzeugen. Dieses Urteil bedarf keines Kommentars. Die Bevölkerung des Lubuski Landes “Ziemla Lubuska” hat die Helden, die ihr Leben im Kampf gegen den fachismus geopfert haben, nicht vergessen. An der Stelle des Verbrechens, ist ein würdiges Denkmal, ein Museum errichtet worden. Die Untersuchungen der in der “Hölle von Sonnenburg” an belgischen Patrioten verübten Verbrechen, sind noch nicht abgeschlossen. Anmerkungen und Quellenverzeichnis:
(1) General von
FALKENFASEN über die Funktion des Militarkommandanten der Hitler-Wehrmacht
auf den bezetzen Gebieten von belgien und Nordfrankreich aus. |